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6. Etappe: mit Druck über den härtesten Anstieg der Tour: Kaltern - Trento PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katja   
Donnerstag, den 02. September 2010 um 23:07 Uhr
Freitag, 02.07.2010 
Strecke: 118 km, 3000 hm
Pässe: Truden, Manghenpass
Fahrzeit: 4:34 h

Vorletzter Tag, wieder Startblock A und Platz 3 in der Gesamtwertung. Den wollten wir - natürlich - unbedingt verteidigen. Der Druck, den wir uns selbst machten, war riesengroß: heute mussten wir noch einmal angreifen, es galt, den Vorsprung zu halten oder sogar auszubauen.

Wieder standen zunächst 15 neutralisierte, flache Kilometer an, bevor der extrem giftige Anstieg nach Truden folgen sollte. Gut kamen wir durch die Neutralisation und los ging’s zur ersten Prüfung des Tages, 11 km mit mehr als 900 hm . Dieser Anstieg hatte zwar nicht den klangvollen Namen eines Passo Giau oder San Pellegrino, aber es war dennoch – nicht nur unserer Meinung nach – der schlimmste Anstieg der gesamten Tour und einer der steilsten, den ich überhaupt je gefahren bin. Die Schinderei war übel, ewig lange Kilometer mit zweistelligen Steigungsprozenten waren zu überwinden, es war brütend heiß, obwohl es doch noch früh am Tag war. Wieder floss der Schweiß in Strömen. Hier musste jede/r alles mobilisieren, um da einigermaßen gut raufzukommen, ein paar Körner zu sparen für den nächsten Pass war völlig unmöglich.

Es folgte der zweite Pass des Tages. Der Manghenpass wurde zu einem absoluten Highlight,  eigentlich eher unspekatakulär, aber sehr schön. Sehr viel Wald gibt es im unteren, flacheren Teil. Das kam uns natürlich gerade an diesem so extrem heißen Tag zu pass. Nach oben wird es karger und deutlich steiler. Nach der Quälerei am Truden fielen die üppigen Steigungsprozente hier aber gar nicht mehr so auf .... Eine schmale Straße, eher ein Weg,  führt zur Passhöhe. Für mich der schönste Pass der Tour, den ich zudem vorher nicht gekannt hatte. Trotz der Vorbelastung kamen wir erstaunlich gut rauf, fuhren richtig mit Druck, denn Christina hatte unterwegs kurz eines unserer Konkurrenzteams gesehen. Wir wollten den dritten Platz zwar „von  vorn“ verteidigen, dabei durften wir uns aber nicht verzocken, eingehen geht schnell und einen letzten Tag mussten wir auch noch überstehen.

Nach der Abfahrt vom Manghenpass, der ich mit etwas Sorge entgegengesehen hatte, die aber sehr ordentlich lief, kam ein Flachstück mit einem letzten „Knubbel“, auf den die finale Abfahrt nach Trento folgte. Wieder hielten wir das Tempo hoch und fuhren, als ob der Teufel – personifiziert in der Konkurrenz –  gleich auftauchen würde. Bis zur Zeitnahme auf der Abfahrt kurz vor Trento gaben wir alles und machten noch mal richtig Boden, sprich Minuten gut, denn wir waren an diesem Tag trotz der zunehmenden Erschöpfung, die so ein Etappenrennen mit sich bringt, eher besser denn schlechter unterwegs gewesen als an den beiden Tagen zuvor. Die Konkurrenz hingegen zeigte eindeutige „Verschleißerscheinungen“. Platz 3 im Tages- und Gesamtklassement verteidigt, es lief rund.  Unser Vorsprung war komfortabel, aber eine größere Panne oder ein Sturz und der Vorsprung könnte dahin sein.

Trento war erstmals Etappenort der JTT. Die malerische Altstadt bot eine tolle Kulisse für den Zieleinlauf,  die Organisatoren waren aber leicht überfordert mit der Meute hungriger Rennradler beim Abendessen. Die langen Wartezeiten bei der Verpflegung  lösten einigen Unmut aus – mit sechs Hochgebirgsetappen in den Beinen steht keiner gerne Ewigkeiten für eine Portion Nudeln an. Dafür saßen wir nach der Siegerehrung dann aber noch in der Stadt in einer Eisdiele, genossen das italienische Flair und die herrliche Kulisse. Das fühlte sich fast wie Urlaub an ...

 

jtt2010etappe6
Höhenprofile
Name Aufstieg von Länge Höhe Steigung Profil
Truden Egna 11.1 929 8,4% trudenabegna.gif
Manghenpass Molina 15.7 1221 7,8% manghenabmolina.gif
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Januar 2011 um 22:19 Uhr