| Eifelklassiker |
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| Geschrieben von: Stefan Hoiboom | ||||||||
| Dienstag, den 10. Mai 2011 um 15:20 Uhr | ||||||||
Als Test für eine eventuelle Vereinsfahrt unseres Klubs TV Kettwig, in deren Rahmen auch eine Teilnahme an einem Marathon bzw. einer RTF vorgesehen ist, fuhren meine Vereinskameradin Bärbel van der Mee und ich zum ersten Mal nach Mayen zum 8. Eifelklassiker. Als wir kurz vor 6 Uhr an der Sporthalle in Mayen eintrafen herrschte strahlender Sonnenschein, aber nur 4°C. Insgesamt waren 83 Teilnehmer am Start des Marathons. Auf Grund einiger Beschwerden, ob des unrhythmischen letzten Teilstücks, war die Strecke etwas entschärft und von 230 km auf 211 km verkürzt worden. Verpackt wie im Winter zogen wir um 6:15 Uhr los. Es sollte uns auch den ganzen Tag über nicht zu warm werden in den Klamotten. Trotz der Kälte war das Wetter zum Radfahren aber ideal. Vom Start weg ging es zunächst auf den leichteren Teil der Strecke - nach Süden ins Maifeld. So nennt sich das Landschaftsdreieck zwischen Mayen, Mosel und Rhein, gut 200 bis 300 m über NN gelegen und leicht wellig profiliert. Gleich am Ortsausgang Mayen ging es mit Blick auf die Hausberge von Mayen (u.a. den 586 m hohen Hochsimmer) den ersten Berg hinauf. Danach blieb die Strecke aber eher flach und war flüssig zu fahren. Das Moseltal war an diesem Morgen noch vollständig in Bodennebel gehüllt, der auch noch ins Maifeld 'hinüberwaberte'. Daher sahen wir zunächst recht wenig. Als wir Münstermaifeld erreichten, versuchte es die Sonne schon einmal. Dann kam das erste Highlight: Die Fahrt hinunter an den Elzbach, direkt auf die Burg Pyrmont zu, bot in Verbindung mit dem Nebel tolle Eindrücke. Neben der Burg führte die Route mit 10 % zur ersten Kontrolle in Roes (Kilometer 28) hinauf. Diese Kontrollstelle wurde nur von den Teilnehmern des Marathons und der 150 km Strecke angefahren. Dort oben schien die Sonne, denn wir waren über dem Nebel. Weiter ging es nun Richtung Treis-Karden, wobei wir dieses Städtchen an der Mosel sowie den Fluss selbst nicht anfuhren, sondern nach einigen Kilometern wieder Richtung Norden und Eifel abbogen. Die Strecke führte nun langsam bergauf bis auf gut 400 m Höhe. Die Sonne setzte sich zwischenzeitlich immer mehr durch und in der Ferne sah man noch immer die Hausberge von Mayen sowie den Nebel über dem Moseltal. Vor uns wurden die Hügel immer höher, die Eifel nahte. Über Kaisersesch und Schöne Aussicht sowie ein paar steile Stiche erreichten wir schnell Laubach und die zweite Kontrolle. Weiter führte die Strecke westwärts Richtung Daun in die Vulkaneifel mit den weltbekannten Maaren. Leider bekam man davon nichts zu sehen, da die meisten Maare von Wald umgeben sind, der den Blick von der Straße aus versperrt. Die Route bewegte sich hier hauptsächlich auf einer Höhe von gut 400 m durch Wiesen und Felder und bot ein paar eindrucksvolle Panoramablicke. Bald darauf wurde die Kontrolle am Ferienpark Pulvermaar (km 80) erreicht. Nicht lange danach änderte sich die Landschaft. Man fuhr nun hauptsächlich durch Täler und über bewaldete Höhen auf Nebenstraßen - herrlich zu fahren, Verkehr Fehlanzeige, nur ab und zu etwas rauer Straßenbelag. Bei Schalkenmehren änderte sich die Hauptrichtung des Marathonkurses von Westen nach Nordost. Seit der Kontrolle bei Pulvermaar hatten wir den Steineberg (561 m) mit seinem markanten Aussichtsturm umrundet, der auch jetzt immer noch im Blickfeld lag. Die Route führte nun längere Zeit an der Autobahn A48 lang, die man bei Ulmen unterquerte. Die Berge ringsum wurden langsam höher, 10-12% Stiche häuften sich: Wir näherten uns der Hocheifel. Nach dem Passieren einiger Höhenrücken wartete schließlich bei Kilometer 111 Kontrolle 4 in Mosbruch auf uns. Der darauf folgenden Anstieg brachte uns zu einem Schild, das eine Höhe von 535 m über NN anzeigte. Dennoch ging es weiter hinauf und bald hatten wir den Hochkelberg, mit 674 m eine der höchsten Erhebung in der Hocheifel, erreicht. Bei Kilometer 118 erblickten wir schließlich zum ersten Mal die Nürburg. Auch sie thront auf einem Bergkegel, der so typisch für diese Region ist. Nach längerer Zeit auf Nebenstraßen führte die Strecke nun kurz über die Bundesstraße B410. 'Nürburgring 8 km' war einem Schild zu entnehmen und aus der Ferne hörte man schon das Röhren der Motoren. Gelegentlich überholte uns eine Gruppe von Autos, bei denen der Auspuff meist fast so groß wie ein Regenabflussrohr war. Obwohl wir bis auf 2 km an den Nürburgring heranrückten, bliebt es seltsamerweise aber ruhig auf den Straßen. Am Horizont konnte man die Nürburg (678 m) sowie die Hohe Acht, die mit 747 m höchste Erhebung der Eifel, gleichzeitig sehen. Zur Hohen Acht sollten wir noch hinauf, sagt jedenfalls der Streckenplan. Na ja, das konnte ja noch was werden. In Wanderath, einem Ortsteil von Baar, lag nach 138 km die fünfte Kontrolle an der es für die Marathonfahrer Nudeln sowie Getränke, Bananen, Riegel, Waffeln und anderes gab. Nach der Kontrolle sollte es dann ans Eingemachte gehen - ca. 20 km nur bergauf und bergab, zwar meistens nicht länger als 2 km am Stück, aber mit steilen Abschnitten von über 10 %. Wir näherten uns der Hohen Acht, zuvor stellte sich noch der Raßberg (665 m) in den Weg. Er bietet auch von der Straße aus einen Panoramablick nach Süden in die tief eingeschnittenen Täler. Schließlich erreichten wir auch die Hohe Acht auf fast 700 m Höhe. Eine lange Abfahrt brachte uns zur nächsten Kontrolle bei Niederheckenbach. Waren die Täler auf der zurückgelegten Route südlich des Nürburgrings alle paar Kilometer mit Dörfern gespickt, so war auf dem folgenden Teilstück nach Norden kaum noch Besiedlung auszumachen. Ein letzter Anstieg durch viel Wald führte hinauf nach Ramersbach. Von dort konnte man fast bis ins Rheintal blicken. Nochmals folgten einige leicht steigende Kilometer durch Wald, dann war beim Restaurant ?Zum Amerikaner? der Anstieg geschafft. Die letzten 25 km führten leicht fallend durch die typische Eifellandschaft: bewaldete Höhen, grünlicher Schiefer am Straßenrand und mäandrierende Flussläufe. Gegenüber der alten Strecke, die nochmals einige Anstiege bei Maria Laach und Bell enthielt, konnte man nun locker ausfahren oder auch noch etwas Tempo machen, bevor im Ziel Kaffee und Kuchen sowie andere Stärkungen warteten und den Abschluss einer rundum gelungene Veranstaltung bildeten, die - nicht zuletzt wegen der freundlichen und für Kritik offenen Organisatoren - mehr Zuspruch verdient gehabt hätte. ![]() |
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